Projekte aus dem Landesverband

Jugendliche pflegen Kriegsgräber in Berlin

Für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. bedeutete die Corona-Pandemie unter anderem den Ausfall aller im Ausland geplanter Workcamps sowie eine Umstrukturierung der Camps, die im Inland stattfinden. Mit Hilfe des Internets konnte in vielen Camps eine Internationalität zumindest in Ansätzen simuliert werden. So wurden Friedhofsführungen, Gruppenaktivitäten und Diskussionen via Video vorbereitet oder live durchgeführt. Das Workcamp in Berlin hatte 11 Teilnehmer und vier Betreuer aus Deutschland und kam somit ohne das Internet aus. Um genügend Abstand einzuhalten hat sich das Leitungsteam, Christian Schuth (aus Brey, Mitglied des Landesvorstands Rheinland-Pfalz) und Isabella Weiland (aus Boppard), dazu entschlossen die meisten Touren mit dem Fahrrad zu gestalten. Mit Routen entlang des Mauerweges erhielt das Camp einen sportlichen Schwerpunkt, der gut mit der Vermittlung historisch-politischer zusammenpasste. So wurde der inhaltliche Schwerpunkt auf den Übergang der letzten Kriegstage hinein in den Kalten Krieg gelegt. Passend zu diesem Thema wurden Opfergräber der letzten Kriegstage gewählt, die von den Jugendlichen inhaltlich bearbeitet und anschließend gepflegt wurden. Die geschichtlich interessierte Gruppe besuchte auch Gräber des Commonwealth sowie italienische und jüdische Opfergräber. Im Vergleich dieser Begräbnisstätten brachte Christian Schuth, Politik- und Geschichtslehrer von Beruf, den Jugendlichen die Ereignisse des Krieges sowie die unterschiedlichen Ausgestaltungen der Friedhöfe näher. Besuche im Reichstag, dem Alliiertenmuseum sowie dem Schloss Cecilienhof in Potsdam rundeten das inhaltliche Programm ab. Trotz Corona und dem gebotenen Abstand kam auch das Camp-Leben nicht zu kurz. Mit Ausflügen auf dem Fahrrad in die Natur und Baden in den unterschiedlichen Seen Berlins kamen die Jugendlichen auch in ihrer Freizeit auf ihre Kosten. Der Volksbund, der jährlich noch rund 20.000 Kriegsgräber umbettet und mehrere tausend Familienschicksale aufklärt, veranstaltet jedes Jahr rund 40 dieser Camps. Unter normalen Bedingungen finden diese Camps in ganz Europa statt und haben mit rund 1500 Teilnehmern große Resonanz.

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